"Fußballfans sind nette Fahrgäste"
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- Einer der SBG-Sportbusse im Einsatz: Jetzt gibt es dieses Angebot auch im Hexental. Foto: privat
Badische Zeitung, 10. August 2011
HEXENTAL/BATZENBERG.
Auf ein Neues: Am vergangenen Wochenende hat die Saison für die Erste Bundesliga wieder begonnen, am kommenden Samstag wird um 15.30 Uhr das erste Heimspiel des SC Freiburg angepfiffen - gegen Mainz 05. Viele Wege führen die Fans zu
diesem Spiel, neben Fahrrad und eigenem Auto gehört dazu vor allem der öffentliche Nahverkehr. Teil dieses Angebotes sind die bislang sieben Stadionbusse der SBG - in diesem Jahr erweitert um einen achten, der von Ehrenkirchen aus durch das Hexental fährt.
Abfahrt des neuen Sportbusses Hexental ist am Samstag um 13.30 Uhr am Rathaus Ehrenkirchen in der Ortsmitte, weiter geht es über Bollschweil, Wittnau, Sölden, Au und Merzhausen zum Stadion. Weiterhin geben wird es den Stadionbus, der bereits seit vielen Jahren durch das Schneckental fährt, Abfahrt ist ebenfalls um 13.30 Uhr an der Haltestelle Ambringer Bad in Ehrenkirchen. Wer in Bad Krozingen, Norsingen oder Schallstadt wohnt, kann ebenfalls einen Sportbus nutzen. Der fährt um 13.30 Uhr in Heitersheim an der B3 ab und hält in den genannten Orten.
Als Markus Schneider bei der SBG als Busfahrer anfing, gab es die Sportbusse schon. Damals in der Saison 1993/94, war der SC gerade erstmals in die Erste Bundesliga aufgestiegen. Schneider meldete sich freiwillig als Sportbusfahrer, verpflichtet werde bei der SBG nämlich niemand, erzählt er, "denn wer den Bus fährt, muss schon Spaß haben am Fußball". 18 Jahre ist das jetzt her. Seither bringt er die Fußballfans aus dem Schneckental zu jedem Heimspiel - von Ehrenkirchen über Pfaffenweiler, Ebringen und Wolfenweiler geht es ins Stadion. Schneider ist mittlerweile Fahrmeister bei Südbadenbus und seit acht Jahren vor allem im Büro tätig, doch bei SC-Spielen sitzt der 44-Jährige hinter dem Steuer seines Busses - Urlaub und Krankheiten einmal ausgenommen. 30 bis 35 Stammgäste zählt Schneider bei jeder Fahrt, "das sind wirklich nette Fahrgäste" – einige von ihnen kennt er sogar mit Namen. Vor allem in Pfaffenweiler und Ebringen steigen sie zu. "Jugendliche fahren seltener bei mir mit, Kinder sind häufig dabei, meist sind es aber etwas ältere Leute, die meisten haben im Stadion eine Sitzplatzkarte". Deshalb reicht es ihnen auch, etwa anderthalb Stunden vor Beginn des Spiels am Stadion anzukommen.
Die Vorzüge des Stadionbusses sind für Schneider klar: Die Fußballfans werden direkt vor dem Stadion abgesetzt und können bis 15 Minuten nach dem Spiel dort auch wieder einsteigen. Sie sparen sich dadurch die zum Teil sehr beengte Straßenbahnfahrt, sie kommen zügig nach Hause, weil der Bus dank der Polizei auf der Rückfahrt vom Spiel am Stau vorbeigelotst wird. Das Auto können die Fans zu Hause lassen und lieber Frust oder Freude mit einem oder mehreren Bechern Bier begießen. Außerdem, so Schneider, finde man im Sportbus jede Menge Leute zum Fachsimpeln. Und das gehöre ja schließlich auch zum Spiel. Bei besonderen Spielen, wie gegen Bayern und Dortmund, aber auch beim Derby gegen Stuttgart, sei die Stimmung im Bus besonders gut. Er selber, sagt Markus Schneider, schaue sich die Spiele auch von einem Stehplatz aus an, verzichte in der Regel im Bus aber auf jeden Kommentar zum Spiel - schließlich sei er ja der Busfahrer und habe auf den Verkehr zu
achten. Dennoch macht er, der selber in der Jugend in March Fußball gespielt hat, kein Hehl daraus, dass er SC-Fan ist, dem Verein bei allen Hochs und Tiefs die Daumen drückt. Sein Tipp und zugleich seine Hoffnung für die neue Saison: "ein sicherer Platz im Mittelfeld." Und
sein Wunsch? "So lange wie möglich in der ersten Liga bleiben".
Tarife
Im Sportbus gelten die Sportbus-Fahrpreise (unabhängig vom Besitz einer Regiokarte): Hin und Rückfahrt: Erwachsene 6,- Euro (Kinder 4,- Euro), einfache Fahrt: Erwachsene 4,- Euro, Kinder 3,- Euro. Die neue Regelung "Eintrittskarte = RVF-Fahrkarte" gilt in den Sportbussen nicht, sondern bezieht sich nur auf den Linienverkehr Zug, Straßenbahn, Linienbus.