Öfter mal mit dem Bus nach Staufen
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- Bleibt Hauptumsteigeplatz in Ehrenkirchen: der Raiffeisenplatz. Foto: Andrea Gallien
Badische Zeitung, 5. November 2011
HEXENTAL/BATZENBERG/STAUFEN.
Mit dem Wechsel des Fahrplans am 11. Dezember wird es im Bereich Hexental/Batzenberg und Staufen Veränderungen geben, wie es sie seit der Eröffnung der Stadtbahn nach Vauban nicht mehr gegeben hat: Die Anbindung an Staufen wird besser, Norsingen stärker an das örtliche Gemeindezentrum Ehrenkirchen angebunden und die Schüler aus Sölden kommen ohne elterliches Fahrzeug leichter in die Schule nach Staufen. Damit, so Jürgen Fehrenbach, verantwortlich für die Fahrplangestaltung bei der SBG, komme sein Unternehmen Wünschen nach, die die Gemeinden geäußert haben.
Die Änderungen kommen nicht ganz überraschend. Bereits in der Gemeinderatssitzung in Ehrenkirchen im Juni dieses Jahres hatte Jürgen Fehrenbach dem Gremium Hoffnung gemacht, dass es Verbesserungen innerhalb des Ortes und bei der Anbindung zu Staufen geben wird. Diese Pläne sind jetzt konkreter: Von Montag bis Sonntag, also die ganze Woche über, wird es abends zwei neue Verbindungen zwischen Freiburg und Staufen und umgekehrt zwischen Staufen und Freiburg geben. Davon profitieren auch die Nutzer im Hexental und im Schneckental.
Die Linien 7240 (über das Schneckental) und 7208 (über das Hexental) fahren ab Mitte Dezember jeweils um 20.35 Uhr am Zentralen Busbahnhof (ZOB) in Freiburg ab. Die Linie 7240 fährt bis Staufen Bahnhof, Ankunft dort 21.19 Uhr. Um 21.09 Uhr erreichen beide Linien den Raiffeisenplatz in Kirchhofen, dort müssen die Nutzer des Busses 7208 umsteigen, wenn sie nach Staufen möchten. Die Linie 7208 fährt weiter nach Bad Krozingen. Der Raiffeisenplatz ist und bleibt der Umsteigeplatz in Ehrenkirchen.
Um 22.40 Uhr fährt der Bus 7240 vom ZOB nach Staufen, die Linie 7208 fährt um 22.42 Uhr ab Paula-Modersohn-Platz Richtung Bad Krozingen. Wer nach Staufen möchte, muss wiederum am Raiffeisenplatz umsteigen. Auch von Staufen zurück gibt es zwei neue Abendlinien: 21.39 Uhr fährt die 7240 nach Freiburg ZOB (Raiffeisenplatz: 21.48 Uhr). Wer ins Hexental möchte, muss in Kirchhofen umsteigen in die Linie 7208, wer weiter nach Freiburg möchte am Paula-Modersohn-Platz in die Stadtbahn. Gleiches gilt für die Busverbindung ab Staufen um 23.39 Uhr.
Auch am Wochenende und an Feiertagen wird es künftig einen Zweistundentakt zwischen Freiburg und Staufen geben. Samstags fahren beide Linien um 6.35 Uhr ab dem ZOB, der letzte Kurs um 22.40 Uhr, Sonn- und Feiertags fährt nur die Linie 7208 um 6.35 ab ZOB, die Linie 7240 um 6.50 Uhr ab Munzinger Straße. Ab 8.35 Uhr starten beide Linien wieder am ZOB. Zurück geht es ab Staufen Bahnhof 7.39 Uhr und weiter im Zweistundentakt, Umsteigemöglichkeit ins Hexental besteht wieder am Raiffeisenplatz Kirchhofen. Die 7208 endet dann am Paul-Modersohn-Platz, die 7240 entweder am ZOB oder bereits an der Munzinger Straße – jeweils mit Anbindung an die Stadtbahn. Die letzte Fahrt ab Staufen geht um 23.39 Uhr.
Mit dieser Fahrplanerweiterung kommt die SBG dem Wunsch des Sprengels Hexental/Batzenberg, aber auch der Stadt Staufen nach, Staufen besser an das Busnetz anzubinden. Die SBG, so Jürgen Fehrenbach, sehe sich als Dienstleister der Gemeinden. Er selber stünde in engem Kontakt mit den Bürgermeistern, die jeweils die Wünsche aus der Bevölkerung weiter geben. Die bisherige Hauptausrichtung nach Bad Krozingen werde in Richtung Staufen verschoben, "ohne dass der bestehende Fahrplan verschlechtert wird."
Interessant werde auch sein, in wieweit Touristen, die zum Teil über das Konus-Angebot freie Fahrt im öffentlichen Nahverkehr haben, das Angebot nutzen. Der neue Fahrplan gelte zunächst bis Dezember 2012. Bis dahin werde die SBG die Auslastung der neuen Fahrten beobachten und gegebenenfalls über Änderungen nachdenken. Die, so Fehrenbach, könnten dann notwendig werden, wenn die Münstertalbahn elektrifiziert ist.
Da die SBG pro Buslinie nur ein bestimmtes festgelegtes Budget zur Verfügung hat, wird es, so Fehrenbach, als Ausgleich für die Erweiterung des Angebotes eine "Taktbereinigung" auf der Linie 7208 geben. Auch wenn der ein oder andere, der diese Busse nutzt, sich über die Streichung nicht freuen werde, liege sie außerhalb von Schüler- und Berufsverkehr und sei seiner Ansicht nach zumutbar. Betroffen sind die beiden Fahrten der Linie 7208 um 15.29 Uhr und um 16.59 Uhr ab Paula-Modersohn-Platz (die Fahrten um 15.14 Uhr, 15.40 Uhr, 16.40 Uhr und 17.10 Uhr bleiben bestehen). Umgekehrt betroffen sind die Fahrten ab Bollschweil um 15.11 Uhr und um 16.41 Uhr. Erhalten bleiben die Fahrten 14.57 Uhr, 15.27 Uhr, 16.27 Uhr und 16.57 Uhr.
Erst in der vergangenen Woche hatte Bürgermeister Markus Rees aus Sölden die SBG darauf hingewiesen, dass Schüler aus Sölden von Eltern mit dem Auto nach Bollschweil gefahren werden müssen, um dort Anschluss an den Bus nach Staufen zu bekommen. Das wird ab Dezember nicht mehr nötig sein. Die Linie 7208, die bislang erst in Bollschweil eingesetzt wurde, wird künftig ab Sölden fahren (6.56 Uhr ab Rathaus Sölden) und die Schüler mitnehmen. Die können dann künftig in Bollschweil in den Schulbus Richtung Staufen (der aus St. Ulrich kommt) umsteigen.
Freuen werden sich auch die Norsinger. Sie werden ab Dezember von Montag bis Freitag im Stundentakt mit der Ortsmitte Ehrenkirchen verbunden sein. Die Linie 7208 fährt einmal in der Stunde über die Haltestelle Kirchhofer Straße in Norsingen. Die Fahrzeit verlängert sich dadurch um zwei Minuten. Am Wochenende wird es beim Zweistundentakt bleiben, den es jetzt schon gibt. "Das reicht", so die Erfahrung von Jürgen Fehrenbach.
Nichts verändern wird sich entlang der B 3. Die Tatsache, dass Scherzingen nicht an das Bahnnetz angeschlossen ist, macht die Busverbindung weiter möglich. Die Pläne der SBG entsprächen nämlich den Vorgaben des Nahverkehrsplanes, so Fehrenbach. Und der sehe vor, dass Parallelfahrten von Bus und Bahn vermieden werden sollten.
Einen Wunsch kann Jürgen Fehrenbach nicht erfüllen: die Busverbindung zwischen Mengen und Scherzingen und damit ein möglicher Rundkurs über Schallstadt. "Ich habe mir das Ganze vor Ort selber angeschaut", so Fehrenbach. "Die Ortsdurchfahrt Scherzingen ist für den Bus zu eng, da müsste ein ganzes Haus abgerissen werden, und das wollen wir ja nun nicht".
Autor: Andrea Gallien